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Endkundentarife Gas
Endkundentarife Gas Ausgabe 28, Mai 2011
Mehr Wettbewerb im Biogas-Segment
Preise in der Grundversorgung im ersten Halbjahr weiter gestiegen
Anwendertage 2011 finden am 7. und 8. Juni in Bonn statt

Mehr Wettbewerb im Biogas-Segment

Im Vertriebssegment für Biogas-Produkte intensiviert sich der Wettbewerb. So hat sich die Anzahl der Anbieter entsprechender Offerten seit Jahresbeginn weiter erhöht. Waren es Ende 2010 noch knapp 160 Grundversorger und Vertriebsgesellschaften, so zählen wir aktuell bereits 200 Unternehmen, die ein Gasangebot mit einem Biomethan-Anteil oder ein CO2-Gleichstellungsprodukt im Portfolio führen. Pro deutscher Postleitzahl-Ort-Kombination agieren im Durchschnitt jetzt 19 Biogas-Lieferanten und damit drei mehr als noch vor einem halben Jahr. Auf Jahressicht verdoppelte sich die Anbieterzahl sogar. Viele Lieferanten verzichten allerdings auf eine Bedienung des Gewerbekundensegments mit seinen höheren Jahresverbräuchen. So finden sich hier statt 200 nur insgesamt noch 94 Anbieter, wie eine Auswertung der Datenbank Endkundentarife Gas ergibt.

Von den Biogaslieferanten, die Privatkunden bedienen, liefern 128 Unternehmen nur im jeweils eigenen Netz. Die übrigen 72 treten als Wettbewerber überregional bzw. in Fremdnetzen auf. Hier sind Stadtwerke und Regionalversorger aktiver als reine Vertriebsgesellschaften, das Zahlenverhältnis beträgt 45 : 27. Insgesamt zehn Marktakteure operieren bundesweit, d.h. Verbraucher haben in jedem Ort die Wahl zwischen mindestens zehn Lieferalternativen. Das "Sauber Gas" der SE Sauber Energie GmbH & Co. KG, hinter der u.a. die Regionalversorger rhenag, BEW und die Siegener Versorgungsbetriebe stehen, ist derzeit in rund einem Drittel Deutschlands das preisgünstigste Biogas-Produkt (ohne Vorkasse). Es ist allerdings nur in drei Vierteln des Bundesgebiets erhältlich.

Im Hinblick auf die Preisführer in diesem Segment folgen mit relativ großem Abstand die Anbieter Montana und Mainova, die zu 14% bzw. zehn Prozent die ortsbezogenen Tarifvergleiche anführen. Auch die Stadtwerke aus Soest und Heidenheim warten mit preiswerten Biogas-Offerten auf. Zwar eher selten auf Position eins, rangieren sie doch in jeder zweiten bzw. jeder dritten Gemeinde unter den "Top 3" der günstigsten Anbieter. Angemerkt sei, dass diese reine Preisbetrachtung den großen qualitativen Unterschieden dieser Ökoprodukte – insbesondere im Hinblick auf Beimischungsgrade zwischen fünf und einhundert Prozent – keine Rechnung trägt. Die Datenbank enthält weiterführende Informationen auch zu den jeweiligen Produktspezifikationen.

Preise in der Grundversorgung im ersten Halbjahr weiter gestiegen

Die Gaspreise in der Grundversorgung steigen unterdessen weiter. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres erhöhten 185 Stadtwerke und Regionalversorger ihre Allgemeinen Tarife für Privathaushalte im Schnitt um 8,2%*. Dabei sind bereits die 13 zum Juli angekündigten Preisschritte berücksichtigt. So heben u.a. die Stadtwerke aus München und die Nürnberger N-ergie ihre Gaspreise in Kürze um rund acht Prozent* an. In Münster und in Osnabrück werden sich die Bezugskonditionen um neun* bzw. um etwa 14,5%* verteuern. Vereinzelt nahmen Grundversorger aber auch Abschläge vor, wie die folgende Karte zeigt.

Kostenentwicklung bei den Standardtarifen im ersten Halbjahr 2011:

* Abnahmefall 20.000 kWh im Jahr.

Ein Musterkunde mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh zahlt in der Grundversorgung durchschnittlich 1.155 €. Bei rund 50 Unternehmen (fast ausschließlich Stadtwerken) fällt die Jahresrechnung niedriger als 1.000 € aus. Etwa 70 verlangen mehr als 1.300 €, darunter eine Reihe ostdeutscher Grundversorger. Aber auch z.B. in Oberhausen, Offenbach, Darmstadt, Mainz oder Heidelberg sind die Allgemeinen Tarife überdurchschnittlich hoch. Die ene't-Software NetPreis ermöglicht diverse empirische Marktanalysen dieser Art und im Zusammenspiel mit der Anwendung NetCard auch deren kartographische Darstellung.

Anwendertage 2011 finden am 7. und 8. Juni in Bonn statt

Nach der erfolgreichen Ausrichtung im vergangenen Jahr finden die diesjährigen ene't-Anwendertage am 7. und 8. Juni in Bonn statt. Die Veranstaltung richtet sich an Nutzer der verschiedenen Datenbanken bzw. von ene't-Anwendersoftware und dient dem Erfahrungsaustausch sowie der Diskussion von Fragestellungen aus der operativen Praxis. Sie umfasst u.a. eine Reihe von Fachvorträgen, die sich in diesem Jahr auch mit den Themen "Objektnetze im EnWG 2011", "Wechselprozesse im Messwesen" und "Konzessionsabgaben im Gassektor" befassen. Praxisorientierte Referate, etwa zu Produkt- und Preiskalkulationen, sowie mehrere Workshops runden das Programm ab. Zudem schaffen wir die Möglichkeit zur direkten Kontaktaufnahme zu Experten verschiedener Softwarehäuser, die als Aussteller mit eigenen Ständen vertreten sein werden.

Die Anwendertage finden im "Forum Süd" in Bonn (Nähe Beethovenhalle) statt. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage www.enet-anwendertage.de oder erfahren Sie unter der Telefonummer 02433 52601 0.

Über die ene't GmbH / Impressum

ene't GmbH

Die ene't GmbH mit Sitz in Hückelhoven ist ein Informationsdienstleister für die deutsche Energiewirtschaft. Das im Jahre 2002 gegründete mittelständische Unternehmen stellt über 300 Stadtwerken, Regionalversorgern und Großkonzernen tagesaktuelle Energiepreisdaten zur Verfügung, die diese für eigene Angebots- und Wettbewerbskalkulationen im liberalisierten Markt nutzen.

Das Zitieren (auch auszugsweise) ist nur mit einer Quellenangabe erlaubt. Urheber der Informationen ist die ene't GmbH mit Sitz in 41836 Hückelhoven. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit der angegebenen Informationen.

Fotos: Panthermedia / Shutterstock

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