Angesichts des entstehenden Wettbewerbsdrucks stellt sich aus Sicht der in den Markt eintretenden Akteure (selbstverständlich) die Frage nach den Gewinnaussichten für neue Angebote. Da die "Vertriebschancen" in Abhängigkeit der stark differierenden Netzentgelte regionalen Schwankungen unterworfen sind, führen Stromanbieter üblicherweise "netzscharfe" Deckungsbeitragsrechnungen durch. In diesem Newsletter nehmen wir eine solche exemplarisch für die zwölf größten Städte Deutschlands vor. Das ene't-Vertriebsportal Marktkompass bietet diese Auswertungsmöglichkeiten für alle deutschen Strom- und Gasverteilnetze.
Methodisch legen wir für unsere Betrachtungen die jeweils günstigsten Sondertarife der örtlichen Grundversorger zugrunde und ziehen die relevanten vom Stromhändler zu tragenden Kostenpositionen in Form von Netzentgelten und gesetzlichen Abgaben ab. Letztere umfassen im einzelnen die einwohnerzahlabhängige Konzessionsabgabe (hier für die Großstädte einheitlich 2,39 ct/kWh), die Stromsteuer (2,05 ct), die KWK-Umlage (0,13 ct) sowie die EEG-Abgabe (2,05 ct). Übrig bleibt eine "Rohmarge", von der noch die (anbieterseitigen) Beschaffungsaufwendungen im Großhandel zu decken sind. Ausgerichtet ist die Erhebung an einem Musterverbrauch von 3.500 kWh im Jahr. Die Bezugnahme auf die günstigeren Sondertarife der Grundversorger basiert auf der Tendenz, dass eine zunehmende Anzahl von Verbrauchern die Spareffekte eines Tarifwechsels erkennt. Ein konkurrierender Lieferant, der ohnehin die Gruppe der preissensiblen Kunden anspricht, wird bestrebt sein, die angebotenen „Spartarife“ der Grundversorger (und natürlich auch der anderen Konkurrenten) zu unterbieten.
| Stadt |
Grundversorger (günstigster Tarif)
|
Preis* |
Marge* |
| Berlin |
Vattenfall: "Easy Privatstrom" |
16,2 ct/kWh |
4,3 ct/kWh |
| Bremen |
swb: "swb 24" |
18,9 ct/kWh |
8,6 ct/kWh |
| Dortmund |
DEW21: "Strom.online privat" |
18,0 ct/kWh |
6,6 ct/kWh |
| Düsseldorf |
SW Düsseldorf:
"Düsselstrom" |
18,3 ct/kWh |
7,0 ct/kWh |
| Essen |
RWE Vertrieb: "RWE Pur" |
21,3 ct/kWh |
9,6 ct/kWh |
| Frankfurt |
Mainova: "Strom Direkt" |
17,5 ct/kWh |
7,1 ct/kWh |
| Hamburg |
Vattenfall: "Easy Privatstrom" |
16,0 ct/kWh |
4,1 ct/kWh |
| Hannover |
SW Hannover: "enercity &
Option" |
17,1 ct/kWh |
6,0 ct/kWh |
| Köln |
RheinEnergie: "FairOnline
strom" |
18,0 ct/kWh |
6,6 ct/kWh |
| Leipzig |
SW Leipzig: "Strom21.online privat" |
18,8 ct/kWh |
7,3 ct/kWh |
| München |
SWM: "M-Strom Internet" |
17,5 ct/kWh |
6,5 ct/kWh |
| Stuttgart |
EnBW: "EnBW Online" |
17,0 ct/kWh |
5,1 ct/kWh |
* netto, Mittel aus Grund- und Arbeitspreis, keine Vorkassen-Produkte, Erstjahresboni berücksichtigt
Die Ausgangsfrage, ob der Stromvertrieb in deutschen Großstädten lohnt, lässt sich nicht mit einem klaren ja oder nein beantworten. Die Situation stellt sich momentan sehr uneinheitlich dar. Zieht man einmal den Beschaffungspreis an der EEX für eine Lieferung im Kalenderjahr 2011 heran - dieser belief sich Ende August für das SL-Profil H0 (Verhältnis Base/Peak 9:1) auf 5,25 ct pro Kilowattstunde -, so deckt die Marge in den Städten Berlin, Hamburg und Stuttgart nicht einmal den finanziellen Aufwand für den Einkauf. Umgekehrt scheinen vertriebliche Engagements im RWE-Gebiet nach den jüngsten Preisanpassungen lukrativ. Mit Abstrichen gilt dies auch für die Grundversorgungsgebiete der swb (Bremen) oder der Stadtwerke Leipzig.
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Schulungstermin für Datenbank & NetPreis am 22. September
Am 22. September findet in unserem Hause ein ganztägiger Schulungstermin rund um den Themenkomplex "Endkundentarife Strom & Gas" statt. Die Veranstaltung ist jeweils halbtägig mit unterschiedlichen Schwerpunkten versehen. So stehen am Vormittag die konkreten Datenbankinhalte im Vordergrund. Teilnehmer lernen u.a. die Tabellen sowie deren Verknüpfungen untereinander kennen. Weiterhin wird vermittelt, welche Tarife und Tarifdetails in der Datenbank hinterlegt sind, wie die Informationen in den Formularen angezeigt werden können und wie die Produkte postalisch zuzuordnen sind. Am Nachmittag findet der Workshop "Marktbeobachtung mit NetPreis" statt. Hier präsentieren wir die vielfältigen vertriebsrelevanten Funktionen unserer Kalkulationssoftware NetPreis, die Ihnen zielgerichtete Analysen der komplexen Datenbank-Inhalte ermöglicht.
Sie können die beiden Workshops "Datenbankstruktur Endkundentarife Strom & Gas" sowie "Marktbeobachtung mit NetPreis" getrennt, aber auch gemeinsam im Rahmen einer "Kombischulung" buchen. Sie finden in unseren Schulungsräumen in 41836 Hückelhoven statt. Weitere Informationen erhalten Sie unter der Telefonnummer 02433 52601 0 oder im Internet unter www.enet.eu. Eine Kontaktaufnahme ist zudem über die E-Mail-Adresse info@enet.eu oder über die Fax-Nummer 02433 52601 1 möglich.
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