Marktgebietsfusion verringert Kostenaufwand bei Shippern
Erfüllt sich die Erwartung, dass die beiden Thyssengas-Marktgebiete schon bald in der NetConnect-Zone aufgehen, würden im Rhein/Ruhrgebiet agierende Gashändler von insgesamt deutlich sinkenden Durchleitungskosten profitieren. Denn noch ist der marktgebietsüberschreitende Gastransport auf der Ferngasstufe mit erheblichem finanziellen Aufwand verbunden, wie eine Musterrechnung* zeigt. Dazu haben wir eine Liefersituation simuliert, bei der ein Händler am Virtuellen Handelspunkt (VHP) von Thyssengas Erdgas verfügbar hat, das er physisch z.B. aus den Niederlanden über einen der vier an das H-Gasmarktgebiet angeschlossenen Importpunkte bezieht.
Will der Shipper nun 20.000 kWh/h an einen Industriekunden oder ein Stadtwerk im Gasmarktgebiet NetConnect liefern, muss er gegenwärtig für den "Exit" aus der Thyssengas-Zone 45.800 € sowie weitere 40.400 € für den "Entry" in das NCG-Gebiet zahlen (jeweils netto pro Jahr). Der Transfer erfolgt über den einzig möglichen Koppelpunkt im münsterländischen Ochtrup. Dieser Aufwand in Höhe von 86.200 € wäre von dem Transportmusterkunden mit dem Wegfall der "Marktgebietsbarriere" nicht mehr zu tragen.
In Rechnung gestellt werden künftig nur noch die "Exit-Gebühren" für die Ausspeisung aus der NCG-Zone entweder in ein Verteilnetz oder in die Leitungen eines direkt angeschlossenen Industriekunden. Erfolgt diese Übergabe etwa an das Verteilnetz der Stadtwerke Essen, sind auf das von uns herangezogene Lieferbeispiel bezogen 41.000 € zu entrichten. Derzeit kostet der gesamte Durchleitungsprozess einschließlich des Marktgebietsübergangs noch insgesamt 127.200 €.
Geht ein Shipper den umgekehrten Weg und überführt sein Erdgas aus dem Marktgebiet NCG in den Thyssengas-Sektor, so fallen an der Schnittstelle für den jeweiligen Exit und Entry Kosten von 86.600 € und damit in ähnlicher Größenordnung wie zuvor an. Die Ausspeisung z.B. in das Verteilnetz der Stadtwerke Bochum schlägt hier derzeit mit 47.400 € zu Buche.
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