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Netznutzung Gas
Netznutzung Gas Ausgabe 30, September 2010
Ferngasnetz von Thyssengas steht vor dem Verkauf
Marktgebietsfusion verringert Kostenaufwand bei Shippern
Schulungstermin für Datenbank & NetGas am 23. September

Ferngasnetz von Thyssengas steht vor dem Verkauf

Die Ferngasnetze der RWE-Tochter Thyssengas stehen vor einem Eigentümerwechsel. Bis zum Ende des Jahres will RWE den Verkauf, der auf eine im Jahr 2008 erzielte Einigung mit der EU-Kommission zurückgeht, abgeschlossen haben. Dem Vernehmen nach gilt eine Übernahme durch ein Bieterkonsortium aus dem Unternehmen Bayerngas und fünf weiteren nordrhein-westfälischen Kommunalversorgern - darunter Gelsenwasser sowie die Stadtwerke aus Dortmund, Bochum und Münster - als wahrscheinlich. Die Leitungsverbünde spannen aktuell noch jeweils ein H-Gas- und ein L-Gasmarktgebiet auf. Relativ kurzfristig ist aber davon auszugehen, dass diese auf das Marktgebiet NetConnect (NCG) verschmolzen werden, zumal die Leitungen der Bayerngas-Netztochter "bayernets" bereits integraler Bestandteil von NCG sind. Der deutsche Gesetzgeber schreibt mit seiner jüngst verabschiedeten novellierten Gasnetzzugangsverordnung zudem die verbindliche Reduzierung der Marktgebiete auf drei (bis zum 1. April 2011) bzw. auf nur noch zwei (bis zum 1. August 2013) vor. In diesem Zusammenhang soll auch die qualitätsübergreifende Zusammenfassung von H- und L-Gasgebieten möglich sein, wie es heißt.

Ferngasnetzverbund von Thyssengas

Marktgebietsfusion verringert Kostenaufwand bei Shippern

Erfüllt sich die Erwartung, dass die beiden Thyssengas-Marktgebiete schon bald in der NetConnect-Zone aufgehen, würden im Rhein/Ruhrgebiet agierende Gashändler von insgesamt deutlich sinkenden Durchleitungskosten profitieren. Denn noch ist der marktgebietsüberschreitende Gastransport auf der Ferngasstufe mit erheblichem finanziellen Aufwand verbunden, wie eine Musterrechnung* zeigt. Dazu haben wir eine Liefersituation simuliert, bei der ein Händler am Virtuellen Handelspunkt (VHP) von Thyssengas Erdgas verfügbar hat, das er physisch z.B. aus den Niederlanden über einen der vier an das H-Gasmarktgebiet angeschlossenen Importpunkte bezieht.

Will der Shipper nun 20.000 kWh/h an einen Industriekunden oder ein Stadtwerk im Gasmarktgebiet NetConnect liefern, muss er gegenwärtig für den "Exit" aus der Thyssengas-Zone 45.800 € sowie weitere 40.400 € für den "Entry" in das NCG-Gebiet zahlen (jeweils netto pro Jahr). Der Transfer erfolgt über den einzig möglichen Koppelpunkt im münsterländischen Ochtrup. Dieser Aufwand in Höhe von 86.200 € wäre von dem Transportmusterkunden mit dem Wegfall der "Marktgebietsbarriere" nicht mehr zu tragen.

In Rechnung gestellt werden künftig nur noch die "Exit-Gebühren" für die Ausspeisung aus der NCG-Zone entweder in ein Verteilnetz oder in die Leitungen eines direkt angeschlossenen Industriekunden. Erfolgt diese Übergabe etwa an das Verteilnetz der Stadtwerke Essen, sind auf das von uns herangezogene Lieferbeispiel bezogen 41.000 € zu entrichten. Derzeit kostet der gesamte Durchleitungsprozess einschließlich des Marktgebietsübergangs noch insgesamt 127.200 €.

Geht ein Shipper den umgekehrten Weg und überführt sein Erdgas aus dem Marktgebiet NCG in den Thyssengas-Sektor, so fallen an der Schnittstelle für den jeweiligen Exit und Entry Kosten von 86.600 € und damit in ähnlicher Größenordnung wie zuvor an. Die Ausspeisung z.B. in das Verteilnetz der Stadtwerke Bochum schlägt hier derzeit mit 47.400 € zu Buche.

Schulungstermin für Datenbank & NetGas am 23. September

Am 23. September findet in unserem Hause ein ganztägiger Schulungstermin zum Themenkomplex "Netznutzung Gas" statt. Die Veranstaltung ist jeweils halbtägig mit unterschiedlichen Schwerpunkten versehen. So stehen am Vormittag die konkreten Datenbankinhalte im Mittelpunkt. Den Teilnehmern wird detailliert gezeigt, wie die Stammdaten der Netzbetreiber hinterlegt sind, wie die Netzgeometrie abgebildet wird und wo Informationen zu den verschiedenen Netzgebieten zu finden sind. Die Tabellen zur Abbildung der Transport- und Verteilnetzentgelte sowie der Messpreise gehören ebenfalls zum Schulungsumfang. Am Nachmittag findet dann der Workshop "NetGas verstehen" statt. Hier präsentieren wir die vielfältigen Kalkulationsfunktionen unserer Software NetGas, die Ihnen die Arbeit mit der Datenbank erleichtert.

Sie können die beiden Workshops "Datenbankstruktur Netznutzung Gas" sowie "NetGas verstehen" getrennt, aber auch gemeinsam im Rahmen einer "Kombischulung" buchen. Sie finden in unseren Schulungsräumen in 41836 Hückelhoven statt. Weitere Informationen erhalten Sie unter der Telefonnummer 02433 52601 0 oder im Internet unter www.enet.eu. Eine Kontaktaufnahme ist zudem über die E-Mail-Adresse info@enet.eu oder über die Fax-Nummer 02433 52601 1 möglich.

Über die ene't GmbH / Impressum

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Die ene't GmbH mit Sitz in Hückelhoven ist ein Informationsdienstleister für die deutsche Energiewirtschaft. Das im Jahre 2002 gegründete mittelständische Unternehmen stellt über 300 Stadtwerken, Regionalversorgern und Großkonzernen tagesaktuelle Energiepreisdaten zur Verfügung, die diese für eigene Angebots- und Wettbewerbskalkulationen im liberalisierten Markt nutzen.

Das Zitieren (auch auszugsweise) ist nur mit einer Quellenangabe erlaubt. Urheber der Informationen ist die ene't GmbH mit Sitz in 41836 Hückelhoven.

Fotos: Panthermedia / Shutterstock

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