Netzentgelte 2012: Lieferanten müssen vielfach nachkalkulieren
In vielen deutschen Gasverteilernetzen haben sich zum neuen Jahr die Kosten verändert, die überregional tätige Lieferanten für die Leitungsnutzung zu entrichten haben. Im Vergleich zu den Niveaus der gemäß der neuen gesetzlichen Vorgabe bereits im Oktober für das Jahr 2012 angekündigten Netzentgelte haben sich zum Januar dabei noch häufig Abweichungen ergeben. Für diese Netze müssen die Versorger jetzt noch einmal ihre entsprechenden Angebotskalkulationen überarbeiten, so dass in Kürze auch mit weitreichenden Preisänderungen im Endkundensektor zu rechnen ist. In der Praxis erweist sich damit der neue § 20 (Absatz 1, Satz 1 und 2) des Energiewirtschaftsgesetzes, der eine frühere Veröffentlichungspflicht für Netzentgelte mit einer nachträglichen Änderungsoption kombiniert, daher als nur bedingt tauglich, die Wettbewerbsbedingungen zu verbessern.
Knapp die Hälfte der deutschen Netzbetreiber nahm zum Jahreswechsel nochmals Änderungen an ihren im Oktober angekündigten, aber seinerzeit noch nicht verbindlichen Netzentgelten für 2012 vor. Dabei wurden deren Niveaus deutlich häufiger nochmals abgesenkt als nachträglich angehoben. So hat sich in einer Reihe von Netzgebieten eine günstigere Kostensituation ergeben, als es die zuvor bekannt gegebenen Abschläge erwarten ließen. Dies ist etwa in Leipzig der Fall, wo die Stadtwerke ihre "vorläufigen" Netzentgelte vom Oktober zum Jahreswechsel noch um weitere sieben Prozent reduzierten (Liefersituation im SLP). Hier ist auf Jahresbasis nunmehr eine erhebliche Verbilligung von über 20% zu konstatieren. Ähnlich verlief die Entwicklung auch in vielen anderen Städten, so etwa in Hannover, Braunschweig oder Kiel, um nur einige zu nennen.
In anderen Fällen vollzog sich mit der Statusänderung von "vorläufig" auf "endgültig" auch eine Trendumkehr. So überkompensierte der baden-württembergische Regionalversorger EnBW sein zuvor angekündigtes "Kostenplus" Anfang Januar durch einen fünfprozentigen Abschlag, so dass hier letztlich die Netzentgelte fielen, wie die Karte unten zeigt. Dies ist u.a. auch in den Verteilnetzen der ELE Emscher Lippe oder Gelsenwasser zu beobachten. Sehr oft schwächten Netzbetreiber die angekündigten Steigerungen bei ihren Netzkosten nachträglich noch ab, wobei sich die Durchleitung unter dem Strich doch verteuert hat. Dies ist etwa in Dortmund (DEW 21) oder bei den Regionalnetzbetreibern Westfalen-Weser-Ems (RWE), NEW und den Thüga-Netzen der Fall. Bei etwa zweihundert Unternehmen blieben die definitiven Entgelte aber auch unverändert.
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In 500 Netzen ist die Gasdurchleitung im neuen Jahr billiger
Unter Bezugnahme auf den bereinigten Sachstand zum neuen Jahr sind in immerhin 500 deutschen Verteilnetzgebieten niedrigere Durchleitungsentgelte zu zahlen als noch im vergangenen Jahr. Dort, wo sie sich verbilligten, fielen sie im Durchschnitt um zehn Prozent. Dem stehen höhere Kosten in rund 170 Gebieten (Schnitt: +6,7%) gegenüber, und zwar in der Spitze bis zu 66% (Stadtwerke Greven). Etwa 30 Netzbetreiber verzichteten auf eine Anpassung ihrer Konditionen.
Nach neuem Stand liegen die Kosten für die Durchleitung von 20.000 kWh Erdgas in 90 Netzen bei über 350 € netto. Auf der anderen Seite des Spektrums belaufen sie sich in 70 Gebieten auf weniger als 200 €. Im bundesweiten Mittel errechnen wir einen Wert von 280 € im Jahr. Die bundesweite Preisspreizung in den Verteilnetzen ist auch im Jahr 2012 erheblich. So ist das teuerste Netzentgelt sechs Mal höher als das günstigste.
Aktualisierte Veränderungsanalyse für die deutschen Verteilnetzentgelte (Jahresvergleich 2011/2012):

Diese Karte wurde mit Informationen der Datenbank Netznutzung Gas sowie den Anwendungsprogrammen NetKalk Gas und NetCard der ene't GmbH erstellt. Sie umfasst bereits zum Großteil die "endgültigen" Netzentgelte für das laufende Jahr 2012. Gebiete ohne Einfärbungen zeigen an, dass hier keine Gasversorgung möglich ist oder sich zum Januar ein Netzbetreiberwechsel vollzogen hat.

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E-World 2012: ene't stellt neue Software & Datenbanken vor
Auch auf der diesjährigen E-World 2012 präsentiert sich die ene't GmbH mit einem eigenen Messestand, auf dem wir Sie herzlich willkommen heißen. Neben unseren bekannten Datenbanken stellen wir dort auch neue Produkte vor, die schwerpunktmäßig den effizienten Vertrieb von Strom und Gas betreffen. Im einzelnen sind dies:
- Neue Versionen der ene't Software NetKalk Strom und NetKalk Gas
- Datenbanken Marktkommunikation und Beteiligungen
- Webservices Marktpartner ermitteln und Netznutzungstarif/-kosten ermitteln
- ene't-Partnerportal und neu gestalteter Entwicklersupport

Wir freuen uns darauf, mit Ihnen über die neuen Entwicklungen im energiewirtschaftlichen Wettbewerbsumfeld diskutieren zu können und hoffen auf Ihren Besuch. Sie finden uns in Halle 3, Stand 452 (gleicher Standort wie im Vorjahr). Wir vereinbaren gerne vorab einen Termin mit Ihnen. Laden Sie doch unser Anmeldeformular hier herunter und senden uns Ihren Terminwunsch per Fax: http://www.enet.eu/tl_files/enet/anmeldung-eworld.pdf
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