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Praxisforum für ene't Datenbanken findet großen Anklang

Die Besucher der ersten von der ene't GmbH ausgerichteten „Anwendertage“, die am 8. und 9. Juni in Köln stattfanden, haben sich sehr zufrieden mit den praktischen Anregungen für die Nutzung der einschlägigen Datenbanken für Netzentgelte und Energiepreise gezeigt. Das lebhafte Interesse der zumeist bei Energieversorgern und Softwarehäusern tätigen 150 Besucher sowie der anwesenden Aussteller ließ erkennen, dass die Bedeutung der Datenbanken in der wettbewerbsbezogenen Praxis der Branchenunternehmen stetig wächst.

Eine Reihe von Fachreferenten stellten Projekte vor, wie sich Energieversorger unter Zuhilfenahme der ene't Datenbanken auf die sich stark verändernden Anforderungen eines immer dynamischeren Marktumfeldes einstellen. Entsprechend betraf ein Themenschwerpunkt Fragen und Aspekte rund um den überregionalen und bundesweiten Vertrieb von Strom und Erdgas. Auf die Tatsache, dass angesichts der geringen Margen vor allem im Haushaltskundengeschäft ein hoher Automatisierungsgrad bei den logistischen Lieferprozessen unabdingbar ist, wies etwa Wolfgang Tiling von der Stawag-Tochter Factur Billing Solutions hin, die für die energieGUT GmbH entsprechende Prozesse abbildet. Hier spielen die von ene't zur Verfügung gestellten Netzentgelte eine ebenso große Rolle wie bei der Unternehmensberatung mayato, die für einen großen Berliner Kunden eine Lösung für „zählpunktscharfe“ Profitabilitätsanalysen von Endverbrauchern umgesetzt hat. Die u. a. anhand der Netznutzungsentgelte als dem zentralen Kostenfaktor errechneten Deckungsbeiträge dienen hier der Ermittlung von Kundenwerten und einer optimierten Vertriebssteuerung.

Auch Peter Martin Schroer, Geschäftsführer der ene't GmbH, unterstrich in seinem Vortrag die große Bedeutung von Margenkalkulationen für die Versorgungswirtschaft. Unter Bezugnahme auf das ene't Vertriebsportal „Marktkompass“, das entsprechende „netzscharfe“ Analysen ermöglicht, veranschaulichte er die regional stark unterschiedlich ausgeprägte Lukrativität von Energieangeboten. „Wenn Händler am Markt erfolgreich agieren wollen, müssen sie für jedes Netz sowohl über Wettbewerberpreise als auch über eigene Kostenaufwendungen in Form von Durchleitungstarifen und Steuern und Abgaben im Bilde sein. Unsere Datenbanken liefern alle dafür notwendigen Informationen“, betonte Schroer. Der Bedeutung der Beschaffung in diesem Zusammenhang widmete Horst Wolter von der Soptim AG in seinem Vortrag besonderes Augenmerk. Auch der Software-Entwickler Soptim, der eine Vielzahl von Branchenunternehmen bei energiedatenlogistischen Prozessen unterstützt, greift auf Dienstleistungen der ene't GmbH zurück.

Eigene Verfahren der „postortscharfen“ Kosten- und Angebotskalkulation mittels der ene't Daten stellten Markus Rahe von der Kisters AG und Dr. Peter Klafka von Klafka & Hinz vor. Mit der Kalkulationssoftware „NetPreis“ verfügt auch die ene't GmbH selbst über eine Anwendung, mit der konkurrenzfähige Preisregelungen für Energieprodukte ausgearbeitet werden können. Deren vielfältige Funktionen insbesondere vor dem Hintergrund der Marktbeobachtung und Wettbewerbsanalyse skizzierte Roland Hambach, Teamleiter des Unternehmensbereichs „Datenbank Endkundentarife“. Doch nicht nur im vertrieblichen Kontext nehmen die ene't Produkte in den Unternehmen eine Schlüsselrolle ein. Mehrere Experten wie z. B. Peter Knapp von der Mannheimer SPE Unternehmensberatung präsentierten auf der Tagung auch deren Nutzwert für die Überprüfung von Netzbetreiber-Rechnungen.

„Verbraucher nehmen Chancen der Liberalisierung nicht wahr“

Die Sicht der Verbraucher auf den deutschen Strommarkt analysierte Dr. Uwe Pöhls von der Betreibergesellschaft des „Energieverbraucherportals“, das auf die Informationen der Datenbanken „Endkundentarife Strom und Gas“ zurückgreift. Obwohl mittlerweile schon 70 Anbieter je Postleitzahl-Bereich am Markt agierten, hätten bislang doch nur 25 % der Verbraucher ihren Stromanbieter gewechselt, so Pöhls. Das seien nur etwa halb so viele wie z. B. in Großbritannien. Pöhls konstatierte einen gewissen Mangel an Vertrauen den Lieferanten gegenüber: „Die Versorgungsgarantie nach einem Wechsel des Anbieters wird nicht geglaubt.“ Dies gelte insbesondere bei der Gruppe der über 45-Jährigen. Hinzu kämen verbraucherfeindliche Produkt-„Innovationen“ wie Vorauskassen- und Paketpreismodelle oder auch unklare und intransparente Vertragsklauseln. Grundsätzlich tritt Pöhls für einen einheitlichen Qualitätsstandard bei Internet-Tarifrechnern sowie für eine Offenlegung ihrer Kooperationen mit einzelnen Lieferanten ein.

Insgesamt zeigte sich, dass das Praxisforum angesichts der großen Bandbreite der möglichen Anwendungsbereiche für die Datenbanken den Besuchern Orientierung geben und der Komplexität der Fragestellungen Rechnung tragen konnte. Als Plattform für den Know-How-Transfer erwiesen sich die „Anwendertage“ geradezu als ideal. Auch die vertretenen Aussteller – vornehmlich Dienstleister aus dem Sektor Energiedatenmanagement – zeigten sich zufrieden: „Als Aussteller hatten wir zahlreiche Kontakte zu potenziellen Neukunden. Im kommenden Jahr sind wir auf jeden Fall wieder dabei“, hieß es von mehreren Seiten. Damit steht fest, dass die ene't „Anwendertage ab sofort ein fester Termin im Jahreskalender der deutschen Energiewirtschaft sind.