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Vorläufige Netzentgelte für 2020 vollständig erfasst

Das Erfassungsteam der ene't GmbH hat in den vergangenen Wochen wieder mit Hochdruck daran gearbeitet, die als „vorläufig“ veröffentlichten Netznutzungsentgelte der Verteilnetzbetreiber zu erfassen und in strukturierter Form zur Verfügung zu stellen. Mit dem heutigen Tag sind alle bisher für 2020 veröffentlichten Preisblätter in den Datenbanken Netznutzung Strom und Netznutzung Gas erfasst und werden im morgen bereitgestellten Update zur Verfügung gestellt. Auch die ene't Softwarelösungen werden dann ebenfalls auf die letzten veröffentlichten Preisdaten zugreifen.

Wie schon in den Newslettern zur Netzentgeltentwicklung analysiert wurde, lassen sich sowohl im Gas als auch im Strom teils deutliche Steigerungen der Durchleitungsgebühren beobachten. Nach aktuellem Datenstand, der rund 99,8 Prozent der gasversorgten Postleitzahl-Ort-Kombinationen abdeckt, steigen die Gebühren für Single-Haushalte mit 7.000 kWh jährlichen Gasverbrauch um rund 3 Prozent. Im nach Netzgröße gewichteten Durchschnitt macht dies 2020 einen Rechnungsposten von 147,98 Euro aus. Auch Familienhaushalte (20.000 kWh/a) werden um 2,9 Prozent höher belastet (321,63 Euro). Ein Gewerbebetrieb (SLP, 200.000 kWh, 125 kW) zahlt mit 2.467,83 Euro rund 3,1 Prozent mehr. Stärker steigen die Entgelte noch für leistungsgemessene Kunden in der Mitteldruckstufe (5.000.000 kWh, 1.450 kW), hier um 3,3 Prozent auf durchschnittlich 38.454,08 Euro.

Im Strom entwickeln sich die Entgelte noch deutlicher nach oben. Nach Auswertung aller veröffentlichten Preisblätter in über 99,6 Prozent des Bundesgebiets steigen die Transportkosten je nach Abnahmefall um 5,2 bis 6,3 Prozent. Dabei lässt sich beobachten, dass die Steigerungen umso höher ausfallen, je höher der zugrundeliegende Verbrauch ist. Dies lässt den Rückschluss zu, dass der Großteil der Verteilnetzbetreiber hauptsächlich die Arbeitspreise erhöht hat, was zumindest die derzeit ungleich höhere Belastung von Geringverbrauchern durch den Grundpreis zukünftig leicht reduzieren könnte. Hielte dieser Trend an, würden Energieeinsparungen bei niedrigem Verbrauch wieder attraktiver werden. So steigen die Entgelte für einen Single-Haushalt (1.500 kWh Jahresverbrauch) im gewichteten Schnitt um 5,2 Prozent auf 162,01 Euro, ein Familienhaushalt (4.000 kWh/a) wird dagegen um 5,5 Prozent höher belastet (314,35 Euro). Ein Gewerbebetrieb (SLP) mit 40.000 kWh Jahresverbrauch zahlt schon 5,8 Prozent mehr (2.509,10 Euro), während sich die stärksten Erhöhungen bei leistungsgemessenen Kunden zeigen. Hier reichen die Anstiege von 6 Prozent beim Gewerbebetrieb mit 100.000 kWh/50 kW (6.271,18 Euro) bis zu 6,3 Prozent bei Abnahme von 400.000 kWh an 200 kW Leistung (22.244,34 Euro).

Die noch fehlenden Preisblätter überwiegend kleinerer Netze werden sich nicht mehr gravierend auf die Durchschnittswerte auswirken, sodass Vertriebe nun mit der Kalkulation des Folgejahres beginnen können. Einzige Unsicherheit in der Rechnung bleiben wie in jedem Jahr die zum Jahreswechsel veröffentlichten endgültigen Entgelte, die noch einmal vom aktuellen Preisniveau abweichen können.