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Trend zur Senkung der Netznutzungsentgelte bestätigt sich

Nachdem die finalen Gasnetzentgelte Ende des letzten Jahres schon bis Mitte Dezember veröffentlicht werden mussten, sind nun auch die Preise für den Bereich Strom weitestgehend bekannt. In 14.960 Postorten wurden die Entgelte inzwischen bekanntgegeben. Dies entspricht einer Gebietsabdeckung von knapp 97 %.

Bei der Betrachtung einer nach Postorten gewichteten Durchschnittsberechnung, bei der größere Netzgebiete stärker in die Berechnung einfließen, bestätigt sich die Annahme, die die als „vorläufig“ gekennzeichneten Netznutzungsentgelte vermuten ließen (vgl. Newsletter Nr. 106): die Preise sinken leicht.

Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Stromverbrauch von 3.200 kWh lagen die Netznutzungskosten 2018 im Schnitt bei 7,94 ct/kWh. In diesem Jahr beträgt das Mittel für einen solchen Familienhaushalt nur noch 7,90 ct/kWh. Im Durchschnitt liegen die Preise im Jahr 2019 niedriger als im Vorjahr (-0,5 %).

In insgesamt 5.742 Postorten wurden die Preise erhöht, hingegen in 9.183 Postleitzahl-Ort-Kombinationen gesenkt. In 35 Postorten haben die Netzbetreiber keine Änderungen an den Durchleitungsentgelten vorgenommen.

Karte VA 2018 2019 Prozent

Prozentuale Veränderung der endgültigen Netzentgelte Strom 2019 gegenüber 2018 Abnahmefall: Familien-Haushalt, 3.200 kWh/Jahr, SLP, Niederspannung

Die höchste Prozentuale Veränderung im Vergleich zu Vorjahr wurde bei den VW Heddesheim vorgenommen. Dort steigen die Netznutzungsentgelte von 4,59 ct/kWh auf 7,34 ct/kWh. Dies entspricht einer Steigerung von fast 60 %. Auch die Stadtwerke Dorfen GmbH haben die Durchleitungskosten stark erhöht. Die Steigerung beträgt hier rund 55 %, von 7,78 ct/kWh auf 12,10 ct/kWh. Zu den Netzbetreibern mit den größten Preissteigerungen gehören auch die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH. Hier liegen die Kosten mit nun 7,60 ct/kWh rund 54 % höher als noch im Vorjahr (4,95 ct/kWh). Der Blick auf die Karte zeigt außerdem, dass die Netznutzungsentgelte im Vergleich zum Vorjahr vor allem im Gebiet der TenneT gestiegen sind.

Die stärksten preislichen Entlastungen bei den Durchleitungskosten entstehen bei der Netzwerke Merzig GmbH. Hier sinkt der Preis von 8,80 ct/kWh auf 5,65 ct/kWh (rund -35 %). Auch die Kunden der Syna GmbH dürfen sich über eine Preissenkung im Bereich der Netznutzung freuen. Die Kosten verringern sich hier von 8,49 ct/kWh auf 6,62 ct/kWh (etwa -22 %). Hier ist allerdings anzumerken, dass in diesem Bereich ein Netzbetreiberwechsel stattgefunden hat (ehemals Netze BW). Darüber hinaus hat auch die Dessauer Stromversorgung GmbH die Netzentgelte für dieses Jahr gesenkt. Im Jahr 2018 waren noch 7,38 ct/kWh zu zahlen, wohingegen es 2019 nur noch 6,01 ct/kWh sind. Die prozentuale Veränderung beträgt hier rund -18 %.

Zu den teuersten Anbietern in Bezug auf die Durchleitungskosten zählen im Jahr 2019 die Stadtwerke Dorfen GmbH mit 12,10 ct/kWh, die Elektrizitätswerke Hindelang eG mit 11,58 ct/kWh sowie die Stadtwerke Hammelburg GmbH mit 11,45 ct/kWh. Die günstigsten Durchleitungskosten berechnen die BonnNetz, GV SWB Energie- und Wasserversorgung Bonn/Rhein-Sieg GmbH mit 4,90 ct/kWh, die Gemeindewerke Dudenhofen mit 4,93 ct/kWh sowie die VW Metzingen mit 5,07 ct/kWh.

Karte Preisniveau 2019 ct kWh

Preisniveau der endgültigen Netzentgelte Strom 2019 in ct/kWh Abnahmefall: Familien-Haushalt, 3.200 kWh/Jahr, SLP, Niederspannung

Eine Betrachtung der gesamten Bundesrepublik zeigt, dass sich die Entgelte nahezu flächendeckend in niedrigem bis moderatem Rahmen befinden. Lediglich im Norden und Nord-Osten sowie im äußersten Süden Deutschlands sind die Preise als hoch einzustufen.

Gegen Ende des Jahres wird sich zeigen, ob sich die Senkung der Netznutzungsentgelte weiter fortsetzt. Im Oktober, wenn wieder die ersten vorläufigen Preise bekanntgegeben werden, lassen sich neue Trends erkennen. Man darf außerdem gespannt sein, welche politischen Entwicklungen sich ergeben und wie diese sich auf die Preise auswirken werden.

Methodik: Alle Preise verstehen sich netto. Der durchschnittliche spezifische Arbeitspreis der Netzentgelte wurde nach Netzgröße (Anzahl der angeschlossenen Postorte) gewichtet. In den Berechnungen wurden nur Netzbetreiber berücksichtigt, die bereits ein endgültiges Entgelt für 2019 bekannt gegeben haben. Der spezifische Kilowattstundenpreis setzt sich zusammen aus den Netzkosten (Arbeitspreis + auf die Jahresarbeit umgelegter Grundpreis) und den Kosten für das Messsystem (Eintarif Drehstromzähler).


Ansprechpartner

Redaktion

  • Sarah Walter
    Sarah Walter M. A.

Redaktion

  • Alexander Moll
    Alexander Moll M. A.

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