Aktuelles | 05. Januar 2017

Endgültige Netzentgelte Gas: Veröffentlichungen für 2017 zeigen Tendenz zur Preisstabilität

Die Betrachtung der finalen Entgelte für den Bereich Gas erlaubt eine aussagekräftige Preisanalyse für das Jahr 2017. Bisher haben 640 der insgesamt 707 in der Datenbank Netznutzung Gas gelisteten Gasverteilnetzbetreiber ihre endgültigen Gebühren bekanntgegeben (Stand: 03.01.2017). Bezogen auf die mit Gas belieferbaren Postorte entspricht dies einer hohen Gebietsabdeckung von rund 98 %. Insgesamt sind wenige Veränderungen im Vergleich zu den vorläufigen Entgelten sowie den Preisen aus dem Vorjahr zu erkennen.

Unserer Auswertung haben wir einen typischen Familienhaushalt mit einer Abnahmemenge von 20.000 kWh/a zugrunde gelegt. Alle Werte sind in der aktuellen Datenbank enthalten.

Ver­än­de­rung zu den vor­läu­fi­gen Ent­gel­ten (soweit veröffentlicht)

Wie schon zum Jah­res­be­ginn 2016 (vgl. News­let­ter 060) wei­chen auch in die­sem Jahr die end­gül­ti­gen Netz­nut­zungs­ent­gel­te nur mini­mal nach unten ab, ver­gleicht man sie mit den als vor­läu­fig gekenn­zeich­ne­ten Wer­ten von Okto­ber. So liegt die durch­schnitt­li­che Preis­kor­rek­tur für das Jahr 2017 bun­des­weit bei nur gerin­gen
-0,05 %.

In ins­ge­samt 1.575 Postor­ten wur­den die vor­läu­fi­gen Preis­an­ga­ben zum Jah­res­wech­sel nach unten kor­ri­giert. Dies betrifft 71 Netz­be­trei­ber. Die Stadt­wer­ke Itze­hoe GmbH (-9,21 %) sowie die Stadt­wer­ke Bochum Netz GmbH (-4,3 %) gehö­ren dabei zu den Betrei­bern mit den größ­ten Reduzierungen.

Im Gegen­satz dazu waren in 611 Postor­ten preis­li­che Erhö­hun­gen gegen­über den Anga­ben aus dem ver­gan­ge­nen Okto­ber zu beob­ach­ten. Ihre Prei­se nach oben kor­ri­giert haben 58 Netz­be­trei­ber. Dazu gehö­ren u.a. die Stadt­wer­ke Dit­zin­gen GmbH & Co. KG (+12,71 %) und die Stadt­wer­ke Qued­lin­burg GmbH (+7,87 %), bei denen die größ­ten Ver­än­de­run­gen zu einem höhe­ren Preis fest­zu­stel­len waren.

Ver­än­de­rung der end­gül­ti­gen Ent­gel­te für 2017 zu den als vor­läu­fig ver­öf­fent­lich­ten in Pro­zent.
Abnah­me­fall: Haus­halt, 20.000 kWh/​a, SLP
Farb­lich nicht aus­ge­füll­te Flä­chen kenn­zeich­nen Gebie­te ohne Gasversorgung

Die im Vor­jahr bereits erkenn­ba­re Ten­denz zu einer leicht redu­zie­ren­den Kor­rek­tur der vor­läu­fi­gen Ent­gel­te zum Jah­res­wech­sel ist 2017 somit wie­der erkennbar.

End­gül­ti­ges Preis­ni­veau 2017 (soweit veröffentlicht)

Die schon im Okto­ber zu erwar­ten­den gering­fü­gi­gen Preis­sen­kun­gen (vgl. News­let­ter 061) haben sich mit der Bekannt­ga­be der end­gül­ti­gen Netz­nut­zungs­ge­büh­ren für die­ses Jahr bestätigt.

Der durch­schnitt­li­che Preis für die Gas­durch­lei­tung inner­halb Deutsch­lands liegt 2017 mit 1,64 ct/​kWh etwas nied­ri­ger als 2016. Dort fie­len für den glei­chen Ver­brauch noch 1,66 ct/​kWh an. Für den hier betrach­te­ten durch­schnitt­li­chen Haus­halt bedeu­tet dies nun jähr­li­che Kos­ten von durch­schnitt­lich 328,00 Euro im Ver­gleich zu 332,00 Euro, die noch im Vor­jahr zu zah­len waren.

Die nied­rigs­ten Netz­nut­zungs­ent­gel­te berech­nen in die­sem Jahr die Stadt­wer­ke Eckern­för­de GmbH mit 0,81 ct/​kWh sowie die Wirt­schafts­be­trie­be der Stadt Nor­den GmbH (0,83 ct/​kWh).

Kun­den der Han­se­Werk AG (2,96 ct/​kWh) und der E.DIS AG (2,85 ct/​kWh) wer­den 2017 preis­lich am stärks­ten belas­tet. Die E.DIS AG gehört somit nicht nur im Strom (vgl. News­let­ter 101), son­dern auch im Bereich Gas zu den teu­ers­ten Netz­be­trei­bern in Deutschland.

End­gül­ti­ges Preis­ni­veau für 2017 in ct/​kWh.
Abnah­me­fall: Haus­halt, 20.000 kWh/​a, SLP
Farb­lich nicht aus­ge­füll­te Flä­chen kenn­zeich­nen Gebie­te ohne Gas­ver­sor­gung

Ver­gli­chen mit den Netz­nut­zungs­prei­sen im Strom zeigt sich beim Preis­ni­veau im Gas­be­reich ins­ge­samt ein nicht so deut­li­ches Preis­ge­fäl­le im Ost-West-Ver­gleich. Wie die Kar­te ver­deut­licht, sind die Preis­schich­ten in der Bun­des­re­pu­blik für die Gas­durch­lei­tung homogener.

Ins­ge­samt waren für die Netz­nut­zungs­ent­gel­te 2017 weni­ge Ver­än­de­run­gen im Ver­gleich zum Vor­jahr erkenn­bar – sowohl im Hin­blick auf die Ver­än­de­rungs­ana­ly­se als auch bei der Betrach­tung des Preis­ni­veaus. Ob schon von einem Trend zu einer gene­rel­len Preis­sta­bi­li­tät gespro­chen wer­den kann, wird sich erst mit der Ent­wick­lung in den kom­men­den Jah­ren zeigen.

Metho­dik: Alle Prei­se ver­ste­hen sich net­to. Die Durch­schnitts­wer­te der Netz­ent­gel­te wur­den nach Netz­grö­ße (Anzahl der ange­schlos­se­nen Postor­te) gewich­tet. In den Berech­nun­gen wur­den nur Netz­be­trei­ber berück­sich­tigt, die bereits ein end­gül­ti­ges Ent­gelt für 2017 bekannt gege­ben haben. Der spe­zi­fi­sche Kilo­watt­stun­den­preis setzt sich zusam­men aus den Netz­kos­ten (Arbeits­preis + auf die Jah­res­ar­beit umge­leg­ter Grund­preis) und den Kos­ten für die Mes­sung und Mess­stel­len­be­trieb (eben­falls auf die Jah­res­ar­beit umgelegt).

Raus aus dem Schnittstellensumpf.

Der wach­sen­de Grad der Digi­ta­li­sie­rung im Tages­ge­schäft von Ener­gie­ver­trie­ben erfor­dert zuneh­men­de Inter­ak­ti­on unter­schied­li­cher Soft­ware­lö­sun­gen und ‑modu­le. Immer häu­fi­ger erfor­dert dies die zeit- und kos­ten­in­ten­si­ve Ent­wick­lung indi­vi­du­el­ler Schnitt­stel­len, ohne die ein Daten­aus­tausch erschwert wird und Geschäfts­pro­zes­se ins Sto­cken geraten.

ene't Fir­men­grün­der Dipl.-Ing. Peter Mar­tin Schro­er setzt sich daher für einen gemein­sa­men Daten­stan­dard ein, der sol­che Schnitt­stel­len ablö­sen soll. Mit zehn gleich­ge­sinn­ten Unter­neh­men grün­de­te er die Inter­es­sen­ge­mein­schaft Geschäfts­ob­jek­te für die Ener­gie­wirt­schaft e. V., die gemein­sam einen offe­nen Stan­dard für die IT-Infra­struk­tur von Ener­gie­ver­trie­ben und Markt­part­nern ent­wi­ckeln wird.

Erfah­ren Sie mehr unter www​.bo4e​.de oder besu­chen Sie uns auf der E‑world 2017 Hal­le 3, Stand 452 und mel­den Sie sich für unse­ren Vor­trag zum neu­en ene't Navi­ga­tor® an.

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