Aktuelles | 08. Januar 2019

Trend zur Senkung der Netznutzungsentgelte bestätigt sich

Nachdem die finalen Gasnetzentgelte Ende des letzten Jahres schon bis Mitte Dezember veröffentlicht werden mussten, sind nun auch die Preise für den Bereich Strom weitestgehend bekannt. In 14.960 Postorten wurden die Entgelte inzwischen bekanntgegeben. Dies entspricht einer Gebietsabdeckung von knapp 97 %.

Bei der Betrach­tung einer nach Postor­ten gewich­te­ten Durch­schnitts­be­rech­nung, bei der grö­ße­re Netz­ge­bie­te stär­ker in die Berech­nung ein­flie­ßen, bestä­tigt sich die Annah­me, die die als vor­läu­fig“ gekenn­zeich­ne­ten Netz­nut­zungs­ent­gel­te ver­mu­ten lie­ßen (vgl. News­let­ter Nr. 106): die Prei­se sin­ken leicht.

Für einen durch­schnitt­li­chen Haus­halt mit einem Strom­ver­brauch von 3.200 kWh lagen die Netz­nut­zungs­kos­ten 2018 im Schnitt bei 7,94 ct/​kWh. In die­sem Jahr beträgt das Mit­tel für einen sol­chen Fami­li­en­haus­halt nur noch 7,90 ct/​kWh. Im Durch­schnitt lie­gen die Prei­se im Jahr 2019 nied­ri­ger als im Vor­jahr (-0,5 %).

In ins­ge­samt 5.742 Postor­ten wur­den die Prei­se erhöht, hin­ge­gen in 9.183 Post­leit­zahl-Ort-Kom­bi­na­tio­nen gesenkt. In 35 Postor­ten haben die Netz­be­trei­ber kei­ne Ände­run­gen an den Durch­lei­tungs­ent­gel­ten vorgenommen.

Pro­zen­tua­le Ver­än­de­rung der end­gül­ti­gen Netz­ent­gel­te Strom 2019 gegen­über 2018
Abnah­me­fall: Fami­li­en-Haus­halt, 3.200 kWh/​Jahr, SLP, Niederspannung

Die höchs­te Pro­zen­tua­le Ver­än­de­rung im Ver­gleich zu Vor­jahr wur­de bei den VW Hed­des­heim vor­ge­nom­men. Dort stei­gen die Netz­nut­zungs­ent­gel­te von 4,59 ct/​kWh auf 7,34 ct/​kWh. Dies ent­spricht einer Stei­ge­rung von fast 60 %. Auch die Stadt­wer­ke Dorf­en GmbH haben die Durch­lei­tungs­kos­ten stark erhöht. Die Stei­ge­rung beträgt hier rund 55 %, von 7,78 ct/​kWh auf 12,10 ct/​kWh. Zu den Netz­be­trei­bern mit den größ­ten Preis­stei­ge­run­gen gehö­ren auch die Stadt­wer­ke Lud­wigs­burg-Korn­west­heim GmbH. Hier lie­gen die Kos­ten mit nun 7,60 ct/​kWh rund 54 % höher als noch im Vor­jahr (4,95 ct/​kWh). Der Blick auf die Kar­te zeigt außer­dem, dass die Netz­nut­zungs­ent­gel­te im Ver­gleich zum Vor­jahr vor allem im Gebiet der Ten­neT gestie­gen sind.

Die stärks­ten preis­li­chen Ent­las­tun­gen bei den Durch­lei­tungs­kos­ten ent­ste­hen bei der Netz­wer­ke Mer­zig GmbH. Hier sinkt der Preis von 8,80 ct/​kWh auf 5,65 ct/​kWh (rund ‑35 %). Auch die Kun­den der Syna GmbH dür­fen sich über eine Preis­sen­kung im Bereich der Netz­nut­zung freu­en. Die Kos­ten ver­rin­gern sich hier von 8,49 ct/​kWh auf 6,62 ct/​kWh (etwa ‑22 %). Hier ist aller­dings anzu­mer­ken, dass in die­sem Bereich ein Netz­be­trei­ber­wech­sel statt­ge­fun­den hat (ehe­mals Net­ze BW). Dar­über hin­aus hat auch die Des­sau­er Strom­ver­sor­gung GmbH die Netz­ent­gel­te für die­ses Jahr gesenkt. Im Jahr 2018 waren noch 7,38 ct/​kWh zu zah­len, wohin­ge­gen es 2019 nur noch 6,01 ct/​kWh sind. Die pro­zen­tua­le Ver­än­de­rung beträgt hier rund ‑18 %.

Zu den teu­ers­ten Anbie­tern in Bezug auf die Durch­lei­tungs­kos­ten zäh­len im Jahr 2019 die Stadt­wer­ke Dorf­en GmbH mit 12,10 ct/​kWh, die Elek­tri­zi­täts­wer­ke Hin­de­lang eG mit 11,58 ct/​kWh sowie die Stadt­wer­ke Ham­mel­burg GmbH mit 11,45 ct/​kWh. Die güns­tigs­ten Durch­lei­tungs­kos­ten berech­nen die Bonn­Netz, GV SWB Ener­gie- und Was­ser­ver­sor­gung Bon­n/Rhein-Sieg GmbH mit 4,90 ct/​kWh, die Gemein­de­wer­ke Duden­ho­fen mit 4,93 ct/​kWh sowie die VW Met­zin­gen mit 5,07 ct/​kWh.

Preis­ni­veau der end­gül­ti­gen Netz­ent­gel­te Strom 2019 in ct/​kWh Abnah­me­fall: Fami­li­en-Haus­halt, 3.200 kWh/​Jahr, SLP, Niederspannung

Eine Betrach­tung der gesam­ten Bun­des­re­pu­blik zeigt, dass sich die Ent­gel­te nahe­zu flä­chen­de­ckend in nied­ri­gem bis mode­ra­tem Rah­men befin­den. Ledig­lich im Nor­den und Nord-Osten sowie im äußers­ten Süden Deutsch­lands sind die Prei­se als hoch einzustufen. 

Gegen Ende des Jah­res wird sich zei­gen, ob sich die Sen­kung der Netz­nut­zungs­ent­gel­te wei­ter fort­setzt. Im Okto­ber, wenn wie­der die ers­ten vor­läu­fi­gen Prei­se bekannt­ge­ge­ben wer­den, las­sen sich neue Trends erken­nen. Man darf außer­dem gespannt sein, wel­che poli­ti­schen Ent­wick­lun­gen sich erge­ben und wie die­se sich auf die Prei­se aus­wir­ken werden.

Metho­dik: Alle Prei­se ver­ste­hen sich net­to. Der durch­schnitt­li­che spe­zi­fi­sche Arbeits­preis der Netz­ent­gel­te wur­de nach Netz­grö­ße (Anzahl der ange­schlos­se­nen Postor­te) gewich­tet. In den Berech­nun­gen wur­den nur Netz­be­trei­ber berück­sich­tigt, die bereits ein end­gül­ti­ges Ent­gelt für 2019 bekannt gege­ben haben. Der spe­zi­fi­sche Kilo­watt­stun­den­preis setzt sich zusam­men aus den Netz­kos­ten (Arbeits­preis + auf die Jah­res­ar­beit umge­leg­ter Grund­preis) und den Kos­ten für das Mess­sys­tem (Ein­ta­rif Dreh­strom­zäh­ler).

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