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Bislang nur geringe Abweichung im Netzentgelt-Schnitt

Die Transportkosten der Fernleitungsnetzbetreiber wurden in diesem Jahr besonders früh veröffentlicht. Erstmals lagen bereits im Juli die vorläufigen Durchleitungsentgelte für 2019 vor, auf deren Basis die nachgelagerten Verteilnetzbetreiber ihrerseits für das kommende Jahr kalkulieren konnten. Dabei zeigten sich einige Ausreißer wie die um 102,7 Prozent mehr als verdoppelten Entry- und Exitpreise der Fluxys TENP, die aber zu den kleineren Betreibern zählt, oder die um -22,6 Prozent sinkenden Preise bei GRTgaz Deutschland. Insgesamt lässt sich ein Trend zu steigenden Entgelten betrachten, endgültige Preise müssen jedoch erst zum 2. Dezember veröffentlicht werden.

Für 6.619 der gasversorgten Postleitzahl-Ort-Netz-Kombinationen haben nun auch die bundesdeutschen Gasverteilnetzbetreiber vorläufige Netznutzungsentgelte für das Jahr 2019 veröffentlicht. Dies entspricht einem Flächenanteil von rund 60 Prozent. Zwar gibt es in einigen Netzen deutliche Abweichungen nach oben oder nach unten, im Bundesdurchschnitt bleiben die Entgelte aber relativ stabil. Nach den gesunkenen Entgelten zum vergangenen Jahreswechsel hat sich der Trend nun trotzdem gedreht.

So muss ein SLP-Kunde mit geringer Abnahmemenge (7.000 kWh/Jahr, 6 kW Leistung) nach jetzigem Stand 2019 im Durchschnitt mit rund 0,9 Prozent moderat höhere Verteilnetzentgelte entrichten, der Anteil auf der Gasrechnung beträgt zukünftig 143,87 Euro. Bei steigendem Verbrauch fallen die Erhöhungen allerdings niedriger aus. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh (11 kW) muss mit durchschnittlich 316,38 Euro nur etwa 0,6 Prozent mehr als 2018 bezahlen. Noch geringere Mehrbelastungen erwartet einen Gewerbebetrieb im SLP-Bereich (200.000 kWh/Jahr, 125 kW), die Entgeltkosten betragen mit 2.463,34 Euro nur etwa 0,4 Prozent mehr als 2018. Auch für RLM-Kunden in der Mitteldruckstufe fällt die Verteuerung bei einem Verbrauch von 5.000.000 kWh im Jahr (1.450 kW) mit 0,6 Prozent überschaubar aus (38.863,12 Euro).

Bei näherer Betrachtung eines besonders in Vergleichsportalen beliebten Abnahmefalls eines Familienhaushalts mit 18.000 kWh Jahresverbrauch zeigt sich im einwohnergewichteten Bundesdurchschnitt mit Kosten von 290,16 Euro bislang ebenfalls nur eine geringe Abweichung gegenüber 2018 (0,6 Prozent, Vorjahr: 288,46 Euro). Dies kann sich je nach betroffenem Postort allerdings sehr unterschiedlich darstellen. Besonders deutliche Erhöhungen treffen Gaskunden im Verteilnetz der wesernetz Bremen. Dort steigt das Entgelt um rund 30 Prozent auf 301,54 Euro.

Newsletter NNG 065 - Veränderung NNG 2018-2019 (vorl.)

Prozentuale Veränderung der vorläufigen Gasnetzentgelte 2019 gegenüber 2018
Abnahmefall: Familien-Haushalt, 18.000 kWh/Jahr, 11 kW Leistung

Auch Abnehmer im Westfalen Weser Netz müssen sich auf steigende Preise einstellen. Hier erhöhen sich die Entgelte um 19,9 Prozent auf überdurchschnittliche 307,75 Euro. Auch im wesernetz Bremerhaven steigen die Preise um 14,2 Prozent auf 324,58 Euro. In insgesamt 108 Postorten steigen die Entgelte um mehr als 10 Prozent. Steigerungen finden sich in 4.328 bereits in der Datenbank Netznutzung Gas erfassten Postorten mit neuen Preisen, in 89 Postorten bleiben die Durchleitungsgebühren erst einmal unverändert.

Dem stehen teils auch deutliche Preissenkungen in einigen Netzen gegenüber. Gasabnehmer in 2.202 Postorten werden 2019 mit geringeren Entgelten belastet. Besonders stark sinken die Preise im Netz der Stadtwerke Parchim (Mecklenburg-Vorpommern), hier fallen die Jahreskosten um gut -15 Prozent auf sehr günstige 234,65 Euro. Auch im FairNetz (BadenWürttemberg) sparen Gaskunden 2019 -13,1 Prozent, liegen mit 294,98 Euro aber absolut noch leicht über dem Bundesdurchschnitt. In 44 Postorten sinken die Entgelte um 10 Prozent oder mehr, darunter die Netze der Erdgas Burgbernheim (Bayern), Stadtwerke Nürtingen (Baden-Württemberg) und Stadtwerke Löbau (Sachsen).

Newsletter NNG 065 - Preisniveau NNG 2019 vorläufig

Preisniveau der vorläufigen Netzentgelte Gas 2019 in ct/kWh
Abnahmefall: Familien-Haushalt, 18.000 kWh/Jahr, 11 kW Leistung

Am günstigsten fällt die Gasdurchleitung 2019 im Netz der Stadtwerke Neuenhaus (Niedersachsen) aus, wo Kunden mit 139,54 Euro im Jahr nicht einmal halb so viel entrichten müssen wie im Bundesdurchschnitt (+1,5 Prozent). In 421 Postorten werden weniger als 200 Euro für diesen Abnahmefall berechnet. Die Entgelte in 2.564 Postorten liegen dagegen über dem Durchschnitt, besonders hohe Entgelte lassen sich dabei mit 501,43 Euro im E.DIS Netz in Mecklenburg-Vorpommern beobachten (+1,4 Prozent). Daraus ergibt sich eine bundesweite Preisspreizung von 259,3 Prozent.

Da alle Entgelte bislang mit dem Status „vorläufig “ versehen sind, können sich noch Änderungen zum Jahreswechsel ergeben. Neu in diesem Jahr ist, dass nach der Kooperationsvereinbarung Gas X (KoV X) bis zum 16. Dezember alle endgültigen Entgelte bis in die unterste nachgelagerte Netzebene veröffentlicht werden müssen. Die endgültige Kostensituation greifen wir in unserem nächsten Newsletter auf.

Methodik: Der Berechnung liegen die bislang veröffentlichten Entgelte der 672 Verteilnetzbetreiber zugrunde, die einer Gebietsabdeckung der bundesdeutschen Postorte von rund 60 Prozent entsprechen. Alle Preise verstehen sich netto. Der durchschnittliche Jahrespreis der Netzentgelte des gesondert betrachteten Abnahmefalls wurde nach Netzgröße (Anzahl der angeschlossenen Postorte) gewichtet. Fehlende Angaben werden in den Karten ebenso wie Gebiete ohne Gasversorgung weiß dargestellt. Der ermittelte Jahrespreis setzt sich zusammen aus den Netzkosten und den Kosten für das Messsystem (Standardmesskonfiguration).

Ansprechpartner

Redaktion

  • Alexander Moll
    Alexander Moll M. A.
  • Sarah Walter
    Sarah Walter M. A.

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