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Grundversorgungspreise: Entwicklung des Vorjahres setzt sich 2016 nicht fort

Im vergangenen Jahr hatten Anfang Dezember knapp 300 Unternehmen preisliche Änderungen für ihre Grundversorgungstarife veröffentlicht. Rund 50 Grundversorger hatten zudem bekannt gegeben, zum Jahreswechsel keine Anpassungen ihrer Preise vorzunehmen. Beim überwiegenden Teil der Versorger (mehr als 90 Prozent) mit neuen Preisstellungen wurde die Belieferung in der Grundversorgung günstiger, was durch die damalige Entwicklung der gesetzlich bedingten Fremdkosten begünstigt wurde: Die Umlagen für EEG, abschaltbare Lasten und die Offshore-Haftung waren 2015 gesunken.

Dieser Trend findet 2016 allem Anschein nach keine Fortsetzung. Der Anstieg der EEG-Umlage auf ein Rekordhoch von 6,354 ct/kWh und das Ansteigen der Sonderkunden- (0,378 ct/kWh), Offshore-Haftungs- (0,040 ct/kWh) und KWK-Umlage (0,445 ct/kWh – indikativer Wert, sofern die KWKG-Novelle in Kraft tritt) scheinen sich nun in der Preisgestaltung der Grundversorgungsunternehmen niederzuschlagen. Daran kann auch das Auslaufen der Verordnung zu abschaltbaren Lasten nicht mehr rütteln. Der von Branchenexperten erhoffte Kostenausgleich durch rückläufige Börsenpreise scheint sich damit zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls weitestgehend als Luftschloss zu erweisen. Neben den gesetzlich fixierten Preiskomponenten dürfte allerdings auch die mehrheitliche Verteuerung der Netznutzungstarife für die Kalkulation der Grundversorgungspreise einen nicht unwesentlichen Faktor darstellen.

Mit Ablauf der sechswöchigen Frist für die Ankündigung von Preisanpassungen finden sich bei 165 Unternehmen neue Preise für die Grundversorgung von Haushaltskunden, was knapp 20 Prozent aller Unternehmen mit Grundversorgerstatus entspricht. Damit sind insgesamt 17,6 Prozent aller Grundversorgungstarife beziehungsweise in der Fläche knapp ein Fünftel des gesamten Bundesgebiets von preislichen Änderungen betroffen. In 1.485 Postleitzahl-Ort-Kombinationen können derzeit Preissteigerungen ermittelt werden, lediglich in 44 Postorten erfolgt die Grundversorgung ab dem 1. Januar 2016 zu günstigeren Konditionen. Über 30 Versorger haben zudem bekannt gegeben, zur Jahreswende keine Neukalkulationen vorzunehmen.

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Veränderungsanalyse der Grundversorgungspreise zum 1. Januar 2016 (Singlehaushalt: 1.500 kWh/a)

Vergleicht man die ab Januar fälligen Kosten für die Stromgrundversorgung von Single- und Familienhaushalten (1.500 kWh/a bzw. 4.000 kWh/a), zeigt sich vor allem bei den Einpersonenhaushalten eine deutliche Mehrbelastung von 2,5 Prozent. Familien zahlen dagegen nur 1,0 Prozent mehr. Die abgebildete Karte zeigt die Gebiete mit neuen Tarifen in der Grundversorgung von Singlehaushalten. Die größte Preissteigerung findet sich demzufolge beim Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen AG, das seinen Preis um 8,3 % auf 30,30 ct/kWh anhebt. Am zweithöchsten steigt der Kilowattstundenpreis bei den Städtischen Betriebswerken Luckenwalde (+7,4 % auf 30,64 ct/kWh), gefolgt von der WEMAG AG (+6,7 % auf 34,46 ct/kWh). In 668 Postorten verteuern sich die Preise um mehr als 5 Prozent.

Die deutlichsten Preisnachlässe gibt es auf der anderen Seite im Liefergebiet der Stadtwerke Balingen, die ab Januar pro verbrauchter Kilowattstunde 2,1 Cent weniger berechnen (-7,4 % auf 25,80 ct/kWh). Die Gemeindewerke Lam senken ihren Preis um immerhin -6,0 % auf 26,73 ct/kWh, bei den Technischen Werken Osning fallen die Kosten um -3,0 % auf 28,08 ct/kWh. Für den betrachteten jährlichen Abnahmefall von 1.500 kWh liegt der Preis für die Grundversorgung 2016 im bundesweiten (nach Einwohnern gewichteten) Durchschnitt bei 30,27 ct/kWh bzw. 454,12 Euro im Jahr (2015: 29,53 ct/kWh bzw. 443,01 EUR/a).

Erneut zeigen sich die Grundversorgungsunternehmen bei der Anpassung ihrer Tarife zum Jahreswechsel verhalten, vermutlich um das Risiko nachträglicher Kalkulationen zu vermeiden – auch in diesem Jahr haben Netzbetreiber wieder bis zum 31. Dezember Gelegenheit, ihre als „vorläufig“ deklarierten Gebühren für die Netznutzung noch einmal anzupassen. Daneben könnte auch die Unsicherheit in Bezug auf das Inkrafttreten eines novellierten Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes ein Grund für die eher zögerlichen Tarifveröffentlichungen der Grundversorger sein.

Methodik: Eingeflossen in den Vergleich sind nur Preise für die Postorte, in denen es keinen Wechsel des Grundversorgers gibt. Alle Preise verstehen sich netto, der Gesamtpreis errechnet sich aus Arbeitspreis und umgelegtem Grundpreis. Alle Durchschnittswerte sind nach Einwohnerzahl gewichtet. Bei der Ermittlung der genannten Ausreißer wurde ausschließlich das Grundversorgungsunternehmen je Postort betrachtet, das über die meisten Zählpunkte verfügt. Gleiches gilt für die Erstellung der abgebildeten Deutschlandkarte.


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