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Trend bestätigt sich: Netzentgelte steigen 2016 deutlich

Der größte Teil der bundesdeutschen Verteilnetzbetreiber hat inzwischen die vorläufigen Entgelte für das Jahr 2016 bekannt gegeben. Für 678 Unternehmen liegen die Durchleitungsgebühren bereits in der aktuellen Datenbank Netznutzung Strom vor. Da die Netze dieser Betreiber 99,1 Prozent der bundesweiten Postleitzahl-Ort-Kombinationen abdecken, dürften sich die noch fehlenden Betreiber im allgemeinen Trend allenfalls noch minimal auswirken.

Wie sich bereits in den ersten Datenanalysen der vergangenen Woche gezeigt hat, müssen Vertriebe im kommenden Jahr mit im Schnitt deutlich steigenden Netzentgelten kalkulieren, was sich vermutlich mittelfristig auch auf die Verbraucherpreise auswirken dürfte. Wie stark die Entgelte steigen, hängt stark vom betrachteten Abnahmefall ab, die Spanne reicht dabei von einer moderaten Steigerung von 2,3 Prozent bei einem kleineren Gewerbebetrieb bis hin zu mehr als 8 Prozent höheren Entgelten für einen Industriebetrieb.

Um zu beurteilen wie aussagekräftig ein solcher Mittelwert ist, lohnt der direkte Vergleich dieses rein rechnerisch ermittelten Durchschnittswerts, in dem alle Netzbetreiber gleichwertig betrachtet werden, mit einem gewichteten Schnitt. Darin haben diejenigen Unternehmen ein größeres Gewicht auf das Durchschnittsentgelt, die mehr Postleitzahl-Ort-Kombinationen in ihrem Netzgebiet angebunden haben. Der so ermittelte Wert lässt eine zuverlässigere Prognose auf die bundesweite Entwicklung zu.


Durchschnitt Veränderung
arithmetisch
Veränderung
gewichtet
Abnahmefall Verbrauch
in kWh
Leistung
in kW
Benutzungs-
dauer in h
Spannungs­ebene % ct/kWh Entgelt 2016
in ct/kWh
% ct/kWh Entgelt 2016
in ct/kWh
Haushalt 1.500 NS_o_LM 7,3 0,67 9,87 7,9 0,75 10,33
Haushalt 4.000 NS_o_LM 4,6 0,32 7,33 5,4 0,39 7,55
Gewerbe 40.000 NS_o_LM 2,3 0,13 5,95 3,2 0,19 6,04
Gewerbe/ Industrie 100.000 35 > 2.500 NS_m_LM 5,4 0,29 5,73 5,9 0,32 5,77
Gewerbe/ Industrie 100.000 50 < 2.500 NS_m_LM 5,4 0,33 6,40 5,7 0,35 6,43
Gewerbe/ Industrie 400.000 150 > 2.500 MS_m_LM 8,4 0,33 4,31 8,8 0,36 4,45
Gewerbe/ Industrie 400.000 200 < 2.500 MS_m_LM 8,5 0,37 4,69 8,8 0,39 4,86

Unabhängig davon, welcher Durchschnittswert für 2016 angelegt wird, zeigt sich, dass besonders sehr geringe und relativ hohe Jahresarbeit von einer deutlichen Steigerung der Durchleitungsgebühren betroffen sein wird. Wie sich die Entwicklung der Entgelte geographisch darstellt, soll der Abnahmefall eines kleinen Gewerbebetriebs in der Niederspannung (ohne Leistungsmessung) mit einem Jahresverbrauch von 40.000 kWh demonstrieren. Anders, als nach der Bekanntgabe der Transportnetzentgelte der vorgelagerten Übertragungsnetzbetreiber vielleicht zu erwarten gewesen wäre, ist die Regelzone von 50Hertz nicht übermäßig von angehobenen Verteilnetzentgelten betroffen. Zwar finden sich in Sachsen und im westlichen Mecklenburg-Vorpommern Steigerungen von bis zu 5 Prozent, doch die stärksten Teuerungen sind in den Regelzonen von TransnetBW und Amprion zu beobachten, zudem in Schleswig-Holstein (TenneT). In Brandenburg sinken die Entgelte im Netz der E.DIS AG sogar leicht.

Vorläufige Verteilnetzentgelte 2016 – Veränderung gegenüber 2015 in Prozent

Newsletter NNS 098 - Karte vorläufige Verteilnetzentgelte 2016

Abnahmefall: Gewerbe, Niederspannung ohne Leistungsmessung, 40.000 kWh/a

Die größte Teuerung - abgesehen von einem einzelnen Arealnetz - lässt sich im Stromnetz der KWH Netz GmbH verzeichnen, die Durchleitungsgebühren des bayerischen Betreibers steigen um 44,5 Prozent auf 7,37 ct/kWh. Insgesamt erhöhen 9 Unternehmen in 31 betroffenen Postorten um mehr als 25 Prozent. In rund 1.400 weiteren Postorten verteuern sich die Entgelte um mehr als 10 Prozent, im 93 Postorten ändert sich vorerst nichts. Die höchsten Entgelte werden 2016 im Kleinstnetz des bayerischen Elektrizitätswerks Tauberrettersheim fällig (unverändert 9,83 ct/kWh), übertroffen nur noch von vereinzelten Arealnetzen der STEAG oder Niedersachsen Ports GmbH.

Demgegenüber stehen Entgeltsenkungen in 6.670 Postorten, die allerdings den Gesamttrend nicht ausgleichen können. Nur in 186 Postorten werden die Gebühren um 10 Prozent oder mehr gesenkt. Die größte Reduzierung lässt sich im Netz der Städtischen Werke Borna Netz GmbH (Sachsen) feststellen, der Preis für die Durchleitung einer Kilowattstunde sinkt um -34,9 Prozent auf unterdurchschnittliche 4,83 ct/kWh. Ebenfalls deutliche Senkungen nehmen die Stadtwerke Bredstedt – Netz GmbH (-21,6 % auf 5,29 ct/kWh) in Schleswig-Holstein sowie die Stadtwerke Oerlinghausen GmbH (-21,5 % auf 4,47 ct/kWh) in Nordrhein-Westfalen vor. Die günstigsten Netzentgelte finden sich 2016 im Netz der Energieversorgung Guben GmbH (-17,4 % auf 2,65 ct/kWh) in Brandenburg.

Da sämtliche veröffentlichten Netzentgelte als „vorläufig“ gekennzeichnet sind, können sich zum Jahreswechsel durchaus noch Änderungen ergeben. Eine Trendumkehr ist nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre allerdings nicht zu erwarten.

Methodik: Alle Preise verstehen sich netto. Die Durchschnittswerte der Netzentgelte wurden nach Netzgröße (Zahl der belieferten Postorte) gewichtet. In der Berechnung wurden nur Netzbetreiber berücksichtigt, die bereits ein vorläufiges Entgelt für 2016 bekannt gegeben haben. Der spezifische Kilowattstundenpreis setzt sich zusammen aus den Netzkosten (Arbeitspreis + auf die Jahresarbeit umgelegter Grundpreis) und den Kosten für Messung und Abrechnung (ebenfalls auf die Jahresarbeit umgelegt).

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